02 Juni 2026

Ein ganzheitlicher Ansatz beim Entbeinen von Brustfleisch

Ein kontrollierter, integrierter Prozess vom Filetieren bis zur Endkontrolle

Ein ganzheitlicher Ansatz beim Entbeinen von Brustfleisch bedeutet, den gesamten Entbeinungsprozess als einen zusammenhängenden Ablauf zu betrachten und nicht als einzelne, voneinander getrennte Schritte. Dabei werden Maschinen, Software und Mitarbeiter zu einer integrierten Konfiguration vereint, die den gesamten Entbeinungsprozess abdeckt. Dies umfasst nicht nur das Entbeinen selbst, sondern auch die Verteilung, die Kontrolle, das Zuschneiden und die Datenverarbeitung.

Holistic Approach2400

Durch die Vernetzung dieser Prozesse erhält das Werk mehr Kontrolle über die Konsistenz und Effizienz aller an der Entbeinungslinie beteiligten Betriebe. Jedes Filet wird auf vorhersehbare Weise verarbeitet, wobei weniger manuelle Eingriffe erforderlich sind und am Ende die höchstmögliche Produktqualität und Ausbeute erzielt werden. Die Informationen bleiben während des gesamten Prozesses mit dem Produkt verbunden, wodurch Entscheidungen in den nachfolgenden Prozessschritten einfacher und zuverlässiger getroffen werden können.

ATHENA Loader

In der Praxis vereinfacht dieser ganzheitliche Ansatz den täglichen Betrieb. Die Bediener wissen, was sie erwartet, die Maschinen stellen sich automatisch an Produktabweichungen an, und Qualitätskontrollen sind in den Ablauf der Produktion integriert, anstatt erst nachträglich hinzugefügt zu werden. Das Ergebnis ist ein reibungsloser Prozess, der mit dem Filetieren von Hähnchenbrustfilets beginnt und mit einem vollständig geprüften, knochenlosen Produkt von höchster Qualität endet.

Maßgeschneiderte Entbeinung

Der ganzheitliche Prozess beginnt bereits vor dem Entbeinen mit dem ACM-NT-Brustkappen-Schneider. Nach dem Schneiden werden die Brustkappen über eine Gleitrinne ausgegeben, die so positioniert ist, dass eine ergonomische Handhabung im weiteren Verlauf der Linie gewährleistet ist. Bei der Ankunft am ATHENA-System sind alle Brustkappen in dieselbe Richtung ausgerichtet, was das Beladen für die Bediener einfach und bequem macht. Sie müssen die Brustkappen lediglich in die Beladeeinheiten schieben, was die körperliche Belastung verringert. Anschließend wird das Produkt automatisch auf dem Halter fixiert.

In der ATHENA-Anlage erfolgt das Entbeinen vollautomatisch und ist an Schwankungen innerhalb der Herde angepasst. Rezepte für verschiedene Herden oder Rassen lassen sich einfach über den Berührungsbildschirm auswählen, woraufhin die Moduleinstellungen automatisch eingestellt werden. Die Messeinheit am Einlauf des ATHENA-Systems stellt sicher, dass die nachgeschalteten Module jede Brustkappe entsprechend ihrer spezifischen Größe verarbeiten. So entsteht ein maßgeschneiderter Entbeinungsprozess, der stabile Ausbeuten, gleichbleibend hohe Leistung und wiederholbare Ergebnisse liefert – unabhängig von den Fähigkeiten des Bedieners.

OQULA VIV2400

Datengestützt

Über den Schneidevorgang hinaus spielt ATHENA auch eine zentrale Rolle beim Datenmanagement. Produkt- und Prozessdaten werden erfasst und über eine sichere Kommunikation von Maschine zu Maschine an nachgeschaltete Maschinen weitergeleitet. Jedes Filet enthält Informationen über seine Herkunft, die Einstellungen für die Verarbeitung und den Bestimmungsort, was den ganzheitlichen Ansatz entlang der gesamten Entbeinungslinie unterstützt.

KI-Benotung

Auch wenn der Entbeinungsprozess nach ATHENA abgeschlossen zu sein scheint, sind die Kontrolle und das Zuschneiden nach wie vor entscheidende Schritte zur Sicherung der Produktqualität. Die Produkte verlassen ATHENA in einem Einzelstückfluss, was sich ideal für die Sichtprüfung durch das OQULA-System eignet.

Mithilfe von KI-gestützter Bildverarbeitungstechnologie prüft OQULA beide Seiten jedes Filets auf sichtbare Mängel. Durch Deep Learning wurde das OQULA-Bildverarbeitungssystem anhand einer umfassenden Bibliothek gespeicherter, kategorisierter und gekennzeichneter Mängel trainiert. Dadurch ist das System in der Lage, jedes neue Filet, das es zuvor noch nie gesehen hat, präzise zu bewerten. Die Fehlererkennungsfähigkeiten von OQULA entsprechen denen menschlicher Prüfer oder Zerleger oder übertreffen diese sogar und erkennen Probleme wie Druckstellen, Blutflecken, Fett, Grünmuskelkrankheit, Fehler beim Halbieren sowie sichtbare Knochen oder Knorpel.

Auf der Grundlage dieser Prüfung werden die Filets in die Klassen A und B eingestuft. Mithilfe des SystemFlex-Verteilers bleiben die Filets der Klasse A unberührt und gelangen direkt zum nächsten Prozess, während die Filets der Klasse B zur Zuschneideanlage weitergeleitet werden. 

Checkline2400

Ergonomisches Trimmen

Das Zuschneiden von Produkten ohne Knochen erfolgt nach wie vor manuell. Selbst bei KI-gestützter Bilderkennung müssen Mängel weiterhin von Hand mit einem Messer entfernt werden, um das Produkt von der Qualitätsstufe B auf die Qualitätsstufe A zu bringen. Zur Unterstützung dieses Prozesses bietet JBT Marel eine Reihe von Trimmstationen an, bei deren Entwicklung die Effizienz der Bediener und die Ergonomie im Vordergrund standen. Eine dieser Lösungen ist CheckLine. Das System verteilt die ankommenden Filets fair und effizient auf die Bediener, basierend auf dem Echtzeitbedarf und den individuellen Fähigkeiten der einzelnen Bediener.

CheckLine führt die Filets mithilfe von Flippern automatisch an jede Arbeitsstation heran. Dadurch müssen die Bediener nicht mehr nach den Produkten greifen, was zur Verringerung der körperlichen Belastung beiträgt. Da CheckLine hinter dem OQULA-System positioniert ist, ist bei jedem Filet, das an der Station ankommt, bereits bekannt, dass es einen Fehler aufweist und daher beschnitten werden muss.

Endkontrolle

Nach dem Zuschneiden werden die Filets in die Qualitätsklasse A hochgestuft und wieder in den Hauptfluss eingespeist, sodass alle Filets für ihre abschließende interne Prüfung, die in SensorX stattfindet, wieder zusammengeführt werden. Dort werden sie mittels Röntgentechnologie auf versteckte Gräten oder harte Partikel überprüft. Das mit dem neuen Bildverarbeitungsalgorithmus „Xpress“ ausgestattete SensorX kann höchste Durchsatzgeschwindigkeiten bewältigen und dabei seine branchenführende Genauigkeit bei einer minimalen Anzahl von Fehlalarmen beibehalten.

Wenn SensorX einen versteckten Knochen oder Fremdkörper erkennt, ist ein manuelles Zuschneiden erforderlich, und das Filet muss erneut in den Prozess eingeführt werden. Dies wird effizient mit OneFlow bewältigt, einem intelligenten System, das das Produkt wieder auf das Band legt, ohne dass es zu Überlappungen kommt. Der Bediener legt das beschnittene Filet einfach in den „Ablagebehälter“ neben dem Schneidebereich. Diese Pufferschale wartet auf einen freien Platz auf dem Band und gibt das Filet dann in der richtigen Ausrichtung – mit der Längsseite voran – frei, sodass es bereit für die Verpackung ist.

Ausweitung der Leistungen

Nach diesem Schritt ist der ganzheitliche Ansatz beim Entbeinen von Hähnchenbrust abgeschlossen, und der Verpackungsvorgang kann beginnen. Die erfassten Daten zu Qualität, Größe und Gewicht können zudem zur Unterstützung nachgelagerter Portionier- und Verpackungslösungen wie I-Cut 122 und RoboBatcher genutzt werden, wodurch die Vorteile des ganzheitlichen Ansatzes noch weiter ausgebaut werden.

Holistic Approach2400

Kontakt aufnehmen

Unser engagiertes Team steht Ihnen gerne zur Verfügung und beantwortet alle Ihre Fragen. Bitte füllen Sie das Formular aus, wir melden uns dann so schnell wie möglich bei Ihnen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Sie können sich jederzeit abmelden. Weitere Informationen zur Abmeldung, zu unseren Datenschutzpraktiken und zu unserer Verpflichtung zum Schutz und zur Achtung Ihrer Privatsphäre finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Login to get full access

Enter password to continue

Wrong password